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  • “Dresden” Historiker und Zeitzeugen sind begeistert

    Kategorie: TV-Kritisch - Tim | | 7.März 2006

    4Emotionsgeladen, tiefgründig und voller beeindruckender Bilder: “Dresden” zog am Sonntag 12,7 Millionen Menschen vor die Bildschirme, am Montag waren es immerhin 11,25. Damit stach das ZDF alle Konkurrenten aus, selbst RTL`s “Sturmflut” (11,6 Millionen) wurde am Sonntag übertroffen. Doch wie schon in “Die Sturmflut” wurde bei “Dresden” eine historische Katastrophe mit einer Liebesgeschichte verknüpft. Muss das eigentlich immer sein?!
    “Die meisten guten Stoffe beschäftigen sich mit Beziehungen, also, mit Liebe, Hass und Misstrauen”, sagt “Dresden”-Regieseur Ronald Suso Richter. “Wie haben auch andere Modelle durchdacht, aber schnell festgestellt, dass es ohne nicht geht”, so Richter weiter.
    In dem Film geht es um eine deutsche Krankenschwester und ein englischen Bomberpiloten, die sich ineinander verlieben. Also eigentlich zwei verfeindete “Parteien”
    “Ich bin keine Freundin von Liebesgeschichten, aber ich verstehe, dass sie für einen Spielfilm nötig sind”, sagt Gudrun Fischer, die als damals Zehnjährige den Bombenangriff auf Dresden miterlebt hat. Die heute 71jährige Fischer lobt aber im gleichen Atemzug die gute Zeitstudie. “So ist es wirklich gewesen.”
    Selbst der Historiker Rolf-Dieter Müller vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam nimmt die Emotionen gelassen. “Die Leute wollen so was sehen. wenn Liebe das Mittel ist, um die Menschen für historische Botschaften zu öffnen, dann sei es so”, sagt Müller, der als einer von drei Historiker die Macher des Films beraten hat. Doch an einer Stelle kritisiert er das ZDF: “Mit entsetzen habe ich registriert, dass die britischen Schauspieler synchronisiert wurden”. In der Vorversion waren die Originalstimmen mit deutschen Untertitel unterlegt worden. Auch für Fischer eine Enttäuschung: “Das Englische war authentischer.”
    ZDF Redaktionsleiterin Heike Hempel kann die Aufregung gar nicht verstehen: “Wir wollten die britische Seite exakt darstellen. Deswegen haben wir uns bewusst für die Synchronisierung entschieden.” Na, wenn`s weiter nix ist…
    Ich habe mir den Film auch angesehen und bin der Meinung, dass ein Doku-Drama nicht so vollgepackt sein darf: Britischer Pilot wird abgeschossen, danach fast gelyncht, von einer süßen und vielleicht auch ein bisschen naiven Krankenschwester gerettet, Der Vater ein Morphiumdealer, die Schwester ein Ober-Nazi und ihre beste Freundin ist mit einem Juden verheiratet. Ach und Pilot und Krankenschwester verlieben sich naturgemäß!
    Für mein Geschmack zu viel des Guten (Bösen!)……

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